|
Was ist Harninkontinenz?
Harninkontinenz ist die Bezeichnung für unbeabsichtigten Urinverlust
aus der Blase. Harninkontinenz sollte niemals als normal betrachtet
werden. Es ist immer ein Symptom oder Zeichen eines tieferliegenden
Problems. Blasenkontrollprobleme können, wenn behandelt, normalerweise
geheilt oder bedeutend verbessert werden.
Wer ist gefährdet?
Etwa Einer von 20 Deutschen leidet regelmäßig unter Harninkontinenz.
Sie ist unabhängig von Volkszugehörigkeit,
Geschlecht, Alter oder gesellschaftlicher Klasse. Sie betrifft Menschen
auf gesellschaftlicher, seelischer, körperlicher, psychologischer
und wirtschaftlicher Ebene.
Frauen sind mit höherer Wahrscheinlichkeit davon betroffen als
Männer. In der Bevökerungsgruppe der älteren Menschen
kommt Inkontinenz häufiger und in schwerer Form vor; bis zu 40%
aller Menschen über 75 sind davon betroffen.
Bettnässen kommt ebenfalls oft bei Kindern und Teenagern vor, was
zu einem großen Maß an Peinlichkeit und Stress für
das Kind und seiner Familie führt.
Viele Menschen leiden unter Inkontinenz, und die verschiedensten Lösungen
sind verfügbar; dennoch kann die negative Einstellung der Gesellschaft
gegenüber Blasenkontrollproblemen den Betroffenen manchmal das
Gefühl vermitteln, Ausgestoßene zu sein. Dies kann dazu führen,
dass Betroffene sich von Freunden und Bekannten isolieren und entfremden,
aus Furcht vor Entdeckung und gesellschaftlichen Peinlichkeiten. Hilfe
ist vorhanden, und niemand braucht im Stillen zu leiden.
Was ist die Ursache?
Es gibt verschiedene Arten von Harninkontinenz, jede mit einer Anzahl
von möglichen Ursachen. Dazu gehören:
o Stressinkontinenz
Der Verlust von kleinen Mengen Urin beim Husten, Niesen, Lachen, Anstrengen,
Anheben oder beim Sport. Stressinkontinenz kommt meistens bei Frauen
vor, besonders, wenn sie eine Scheidengeburt hatten oder durch hormonale
Änderungen nach der Menopause. Sie kommt auch gelegentlich bei
Männern vor, am häufigsten als Folge einer Prostataoperation.
o Dranginkontinenz
Der Verlust von Urin in Verbindung mit einem plötzlichen starken
Drang zu urinieren. Dies kann die Folge gewisser Krankheiten sein, z.B.
eines Schlaganfalles, einer vergrößerten Prostata, der Parkinson-Krankheit
oder Verstopfung, oder einfach das Ergebnis schlechter Blasengewohnheiten
über einen langen Zeitraum hinweg. In einigen Fällen ist die
Ursache nicht bekannt.
o Überlaufinkontinenz
Bei Krankheiten, bei denen sich die Blase schlecht entleert, kann Urinverlust
zu unpässlichen Zeiten stattfinden. Bei Männern ist dies am
häufigsten die Folge einer vergrößerten Prostatadrüse,
die ein Hindernis darstellt und somit den Harnfluss hemmt. Ein schwacher
Blasenmuskel kann ebenfalls dazu führen, dass sich die Blase schlecht
entleert.
o Funktionsinkontinenz
Das Ergebnis eines körperlichen, geistigen oder Umwelt-Problems,
z.B. mangelnde Mobilität, Ungeschicklichkeit, Gedächtnisschwund
oder selbst eine unzweckmäßige Architektur, die Einfluss
darauf hat, ob eine Person die Toilette erreichen oder benutzen kann.
o Reflexinkontinenz
Der Verlust der Harnkontrolle als Folge von Beschädigungen der
Nerven, die die Blasenfunktion kontrollieren. Dies findet man am häufigsten
bei Personen mit Rückgratverletzungen. Wenn Sie immer durstig sind
und oft urinieren müssen sollten Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen
lassen, Sie könnten möglicherweise an Diabetes leiden.
Suchen Sie Hilfe? Sie sind nicht alleine. Inkontinenz kann, wenn behandelt,
geheilt oder bedeutend verbessert werden.
|