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Blasenprobleme und die Prostata

Was ist die Prostata?
Die Prostata ist eine Drüse, die nur Männer haben. Sie ist etwa so groß wie eine Walnuss und liegt unter dem Blasenhals, der den Blasenauslass oder die Harnröhre umgibt. Ihre Funktion besteht darin, eine milchige Flüssigkeit abzuscheiden, die zu einem Betandteil des Samens wird und das Sperma ernährt.
Wenn Männer altern, vergrößert sich die Prostatadrüse. Das kann viele Jahre dauern. Den meisten Männer bereitet dies
keine Schwierigkeiten, aber bei einigen kann diese Vergrößerung Harnsymptome verursachen, wie z.B. einen langsamen und/oder unterbrochenen Fluss, oder Schwierigkeiten, den Harnfluss zu starten, oder ein erhöhtes Bedürfnis, öfter Harn zu lassen, oder ein Gefühl der unvollkommenen Entleerung sowie, in einigen Fällen, Verlust der Harnkontrolle, d.h. Inkontinenz. Inkontinenz kann auch eine Folge anderer Erkrankungen sein.
Sie verursacht viel Leiden und peinliche Verlegenheit. Wenn Sie irgendwelche Änderungen in Ihren Harnsymptomen bemerken, oder Bedenken hinsichtlich Ihrer Prostatadrüse haben, ziehen Sie Ihren Arzt oder Kontinenzberater zu Rate.


Häufige Prostata-Erkrankungen:

  1. Prostatitis ist eine Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse) und kann mit Harnwegsentzündungen in Zusammenhang stehen. Sie kommt häufiger bei jüngeren Männern vor.
  2. Gutartige Prostatahyperplasie (Benign Prostatic Hyperplasia, BPH) verursacht eine fortschreitende Vergrößerung der Prostata, die normalerweise im mittleren Alter beginnt. Etwa 25% aller Männer müssen sich aufgrund dieses Problems einer Operation unterziehen. BPH führt nicht zu Krebs.
  3. Prostatakrebs kann anfänglich ohne Symptome auftreten. Er ist ein verhältnismäßig häufiger Krebs, der mit dem Alter zunimmt. Er gehört jedoch ebenfalls zu den Krebsarten, die mit am besten auf Behandlung reagieren.

Blasenprobleme und die Prostata
Ein Mann mit einem Prostataproblem kann eines oder mehrere der folgenden Symptome haben:

  • Schwierigkeiten, den Harnfluss zu starten;
  • langsamer Harnfluss nach Beginn des Urinierens;
  • das Bedürfnis, Harn häufiger als normal tagsüber oder nachts zu lassen;
  • tröpfeln entweder nach dem Urinieren oder zwischen Besuchen der Toilette;
  • zurückkommen zum Urinieren, kurze Zeit nach dem ersten Harnlassen;
  • dringendes Gefühl, urinieren zu müssen;
  • Brennen, Unbehaglichkeit oder sogar Schmerzen beim Harnlassen;
  • der Harn kann Blutspuren enthalten; und
  • ein Gefühl, dass die Entleerung nicht vollkommen ist.

Prostata und Inkontinenz
Warum kann Inkontinenz mit Prostata-Erkrankungen in Zusammenhang stehen?
Die Blockierung der Harnröhre durch die Prostata kann eine vollständige Entleerung der Blase beim Urinieren verhindern. Dieses Zurückhalten des Harns kann so schlimm werden, dass es zur Überlaufinkontinenz. führenkann, eine Situation, die ärztliche Behandlung erfordert.

Die erhöhte Anstrengung der Blase, den Ausflusswiderstand zu überwinden, kann eine Reizung des Blasenmuskels zur Folge haben. Eine gereizte Blase kann sich unbeabsichtigt zusammenziehen und dadurch Vorkommen von Dranginkontinenz auslösen. Eine operative Behandlung der Ausflussblockierung kann, zumindest am Anfang, dazu führen, dass einige
Menschen eine gesteigerte Dranginkontinenz haben, bis die Blase wieder normal reagiert.

Prostata-Operationen können manchmal Muskel- und Nervenschäden am Schließmuskel verursachen, d.h. dem Muskel, der den Harn in der Blase hält und so zu Inkontinenz führen. Diese Inkontinenz kann kurz- oder langfristig sein und von dem Grad und Umfang der ausgeführten Operation abhängen.

Hilfe suchen
Wenn Sie über Ihre Harnsymptome besorgt sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Der Arzt wird Ihnen Fragen über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand, Ihre Gesundheitsprobleme und von Ihnen eingenommene Medikamente stellen, da diese der Grund für einige Ihrer Probleme sein können.
Falls Sie sich irgendwelche Sorgen über Prostatakrebs machen, sprechen Sie über Ihre Befürchtungen mit Ihrem Arzt. Stellen Sie sicher, dass Sie an allen Entscheidungen über Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten, Ergebnisse, Risiken, Komplikationen und Kosten beteiligt sind.

Behandlung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihnen bei Inkontinenz in Verbindung mit Prostata-Erkrankungen zu helfen:
1. Rückversicherung und Beobachtung
Nach Untersuchungen und einem Gespräch mit Ihrem Arzt könnten Sie zu der Überzeugung kommen, dass keine Behandlung erforderlich ist. Symptome können sich nach einiger Zeit manchmal spontan oder durch einfache Änderung der täglichen Gewohnheiten bessern.
2. Medikamente
Es gibt eine Reihe verschreibungspflichtiger Medikamente, die für einige Personen wirksam sind.
3. Operation
Ist mit der Entfernung der ganzen oder eines Teils der vergrößerten Prostata verbunden. Die Größe der Prostatadrüse kann Einfluss auf die Art der erforderlichen Operation haben.
4. Weitere Möglichkeiten sind u.a.:
o Blasentraining
Hat zum Ziel, die Blasenkontrolle zu verbessern, die Menge Harn zu vergrößern, die die Blase ohne Dringlichkeit oder Harnverlust halten kann und den Drang und die Häufigkeit des Harnlassens für Personen mit reizbarer Blase zu vermindern.
o Beckenbodenübungen
Stärken die Muskeln, die die Funktion der Blase und des Darms regulieren. Machen Sie sich mit den Übungen vor der Operation vertraut und beginnen Sie damit, sobald es Ihnen möglich ist.
o Inkontinenz-Hilfsmittel
Ein großes Angebot von Inkontinenz-Hilfsmitteln steht zur Verfügung, um mit jeglichem Harnverlust fertigzuwerden. Wenden Sie sich an Ihren örtlichen Kontinenzberater, oder besorgen Sie sich entsprechende Broschüren über Inkontinenz-Hilfsmittel und -Geräte.


© Dr. rer. medic. Jürgen W. H. Niebuhrr